RembrandtDie unglaubliche Geschichte eines Berliners, der 3 Rembrandts vom Flohmarkt kaufteSie lagen in einem alten Buch, neben dem üblichen Trödel |
Jetzt kommt ein Berliner Sammler ins Spiel: Der Mann, der unten allen Umständen anonym bleiben will, hörte von dem Fund, wandte sich an WIldeboer. Der wickelte den Deal ab. Der Berliner zahlte der Familie aus Utrecht 100.000 Gulden (ca. 88.000 Mark oder 45.000 Euro), auf Wunsch der Finder cash auf die Hand. Wildeboer: "Ich hatte unvorsichtigerweise gesagt, daß beim Verkeuf rund 150.000 Gulden herauskommen könnten. Die Familie hatte das erwartete Geld bereits ausgegeben, eine Küche und ein Auto gekauft und warf mir Diebstahl vor." |
Als Wildeboer nun auf seine 3% Vermittlungsprovision zu sprechen kam, drohte man ihm Prügel an. "Da hab ich lieber verzichtet. Der Mann war stark und tätowiert. Außerdem habe ich noch eine Flasche Wein und ein Weißbrot, ich werde nicht verhungern."
Selbstverständlich meldeten sich sofort die Kritiker. Theo Laurentius vom Rijksmuseum in Amsterdam, die Gralshüter holländischer Kunst (die gern jeden fremden Fund als Fälschung abtun), meinte, nur eine Röntgenuntersuchung könne die Echtheit der Radierungen beweisen, die seien wohl längst nicht so wertvoll wie gedacht. Wildeboer: "Laurentius hat per Ferndiagnose den Wert festgestellt. Beeindruckend Ich hatte mal so einen Arzt..."
Auch Prof. Jan Kelch, Direktor der Berliner Gemäldegalerie, meint: "Dieser Fund ist nicht ganz so spektakulär. Radierungen sind keine Gemälde und auch keine Unikate: Von einer Druckplatte kann man 300 Drucke fertigen. Ausschlaggebend sind die Qualität des Drucks, seine Nummer, die Beschaffenheit des Blatts, seine Größe." Doch Kelch gibt zu: "Bei manchen Sujets auf großformatigem Papier kann der Preis in Millionenhöhe steigen."
kam/spy |